Vereinfachungsregelung zu kleinen Photovoltaik-Anlagen des

Das Bundesfinanzministerium (BMF) hat am 02.06.2021 eine Vereinfachungsregelung für kleine Photovoltaikanlagen und kleine Blockheizkraftwerke geschaffen. Anlass hierfür war, dass es immer häufiger Streitigkeiten über die Gewinnerzielungsabsicht gab.

 

Wichtige Informationen zu diesem Thema finden Sie in unserer Naviationsleiste unter "Vereinfachungsregelung für PV-Anlagen"

 

oder unter folgenden Link

https://www.finanzamt.bayern.de/Informationen/Steuerinfos/Weitere_Themen/Photovoltaikanlagen/Merkblatt_Liebhabereiwahlrecht%20.pdf

 

 

 


Zahl der Solarstromspeicher wuchs das dritte Jahr in Folge um rund 50 Prozent – Bundesverband Solarwirtschaft erwartet weiteres Marktwachstum – Energiewende braucht Versiebenfachung der Batteriespeicherkapazität bis 2030 als notwendigen Beitrag zum Ausgleich kurzfristiger Erzeugungsschwankungen.

 

https://www.solarwirtschaft.de/2021/02/18/solarbatterie-boom/

 

 

Berlin, 18.02.2021:

Im vergangenen Jahr verzeichnete die Solarbranche ein Nachfrage-Plus bei Solarbatterien in Höhe von 47 Prozent. Gleichzeitig wuchs die Zahl der Solarstromspeicher das dritte Jahr in Folge um rund 50 Prozent.

 

Dies gab der Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW) bekannt, in dem neben der Solarwirtschaft führende Anbieter von Solarspeichern organisiert sind.

Im vergangenen Jahr habe der Speichermarkt davon profitiert, dass sich doppelt so viele Eigenheimbesitzer eine Photovoltaikanlage angeschafft haben wie im Vorjahr. Rund jeder zweite von ihnen habe gleich noch in eine Solarbatterie investiert, um den selbst erzeugten Solarstrom rund um die Uhr nutzen zu können, zunehmend auch für das Laden von E-Autos. Allein im Eigenheimbereich seien im vergangenen Jahr nach BSW-Schätzungen rund 88.000 neue Heimspeicher in Deutschland neu installiert worden. Insgesamt erhöhte sich der Bestand der Solarstromspeicher damit auf rund 270.000 Exemplare (vgl. Grafik).

 

„Wir erwarten, dass die Speichernachfrage weiter anziehen wird,“ zeigt sich BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig zuversichtlich. Neben der energiepolitischen Notwendigkeit würden gesunkene Preise, eine wachsende Klimaschutz-Sensibilisierung sowie ein verstärktes Unabhängigkeitsbedürfnis der Verbraucher dazu beitragen.

Zur Umsetzung der Klimaziele, zur Sicherstellung einer bedarfsgerechten Bereitstellung von Ökostrom und den Ausgleich kurzfristiger witterungs- und tageszeitbedingter Erzeugungsschwankungen der Solar- und Windenergie muss die derzeitige Batteriespeicherkapazität nach Berechnungen von Marktforschern bis zum Jahr 2030 nahezu versiebenfacht werden, von derzeit 2,4 Gigawattstunden (GWh) auf rund 18 GWh. In der Folge werde sich der jährliche Markt für stationäre Batteriespeicher bis 2025 verdoppeln, bis zum Ende des Jahrzehnts voraussichtlich sogar verfünffache, so die BSW-Erwartung.

 

Auch für Unternehmen werden Solarstromspeicher zunehmend interessanter. Nach BSW-Angaben dürfte dazu beitragen, dass seit Jahresbeginn dreimal mehr Solarstrom selbst verbraucht werden darf, ohne dass Betreiber von Solarstromanlagen dafür eine EEG-Umlage abführen müssen. Im Sinne der Energiewende wurde die ,Sonnensteuer´-Freigrenze auf Betreiben des Verbandes zum Jahreswechsel von der Bundesregierung von 10 auf 30 Megawattstunden pro Jahr angehoben.

 

Dies vereinfache auch die Speichernachrüstung bei Solarstromanlagen, die nach 20 Jahren aus der EEG-Förderung fallen. Für Betreiber dieser ausgeförderten Ü20-Anlagen sei es am wirtschaftlichsten, möglichst viele Kilowattstunden ihrer abgeschriebenen Solarstromanlagen selbst zu verbrauchen, so Körnig. Bis zum Jahr 2030 fallen nach BSW-Angaben rund eine halbe Million Solarstromanlagen aus der Förderung.

 

Um die notwendige weitere Beschleunigung des Speicherausbaus und die intelligente Nutzung dieser Speicherkapazitäten zur Stabilisierung des Stromnetzes zu erreichen, setzt sich der BSW für weitere Gesetzesreformen ein. Dazu zählt unter anderem ein konsequenter Abbau wettbewerbsverzerrender Doppelbelastungen von ein- und wieder ausgespeichertem Netzstrom von Prosumern mit Entgelten, Umlagen und Abgaben.

 

 

Kostenfreie und firmenunabhängige Infos rund um Solarbatterien finden Verbraucher unter www.die-sonne-speichern.de. Darunter befindet sich auch der Link zu einem kurzen Info-Film zur Veranschaulichung der Technik sowie Kontakte zum Solarhandwerk.

 

Quelle:

Bundesverband Solarwirtschaft e.V.
ist seit über 40 Jahren die Interessenvertretung der deutschen Solar- und Speicherbranche. – solarwirtschaft.de

 

 

 

Bild von PIRO4D auf Pixabay

Dächer, zur Sonne!                                        14.12.2020

 

Union und SPD machen in letzter Minute den Weg frei für die Novelle des Ökostromgesetzes. Vor allem für private Solaranlagen könnte sich das lohnen.

Von Michael Bauchmüller, Berlin

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/energiewende-daecher-zur-sonne-1.5147663

 

Am Morgen nach einer langen Nacht reißt über Berlin der Himmel auf. Wo Solaranlagen installiert sind, beginnen die Zähler nun zu laufen. Und nach dieser langen Nacht könnte es künftig mehr dieser Anlagen geben, überall im Land; jedenfalls auf privaten Dächern. Denn nach wochenlangen Diskussionen über Änderungen am Ökostromgesetz EEG haben Union und SPD zumindest die eine Hälfte der offenen Fragen gelöst - und die andere vertagt.

Im Zentrum steht eines der kompliziertesten Regelwerke der Republik: die Förderung erneuerbarer Energien. Für grünen Strom gibt es unzählige verschiedene Fördersätze, je nachdem, ob er aus Wind, Solar, Wasser, aus Biomasse oder Geothermie stammt. Es gibt Unterschiede beim Alter von Anlagen und bei ihrer Größe, es gibt Förderungen mal über feste Einspeisesätze und mal über Ausschreibungen, bei denen Ökostrom-Projekte um Euro und Cent konkurrieren. Und über allem schwebt ein milliardenschweres Finanzierungssystem, in dem Stromverbraucher eine sogenannte EEG-Umlage zahlen, damit Stromerzeuger Vergütungen bekommen. Manchmal sind diese Erzeuger gleichzeitig auch Verbraucher - ihres eigenen Stroms. Und nicht erst hier wird die Sache diffizil.

 

Zum Beispiel mussten bisher Privatleute, die eine Solaranlage von mehr als zehn Kilowatt Spitzenleistung auf ihrem Dach montierten, ebenfalls EEG-Umlage zahlen. Zwar nur einen ermäßigten Satz, aber auch das konnte die Anlage weniger rentabel machen. Diese Grenze hob die Koalition, konform mit EU-Regeln, auf 30 Kilowatt an. "Das ist ein Anreiz, ganz viele Dächer zu nutzen", sagt Anja Weisgerber, die Klimabeauftragte der Unionsfraktion. "Und es lohnt sich, mit dem Strom auch gleich das Elektroauto zu laden oder eine Wärmepumpe zu betreiben." Gerade auf dem Land werde Solarstrom so attraktiver.

 

Mieterstrom-Projekte werden attraktiver

 

Auch eine Sorge von Solar-Pionieren zerstreute die Koalition. Die geplante Verpflichtung, ältere Solaranlagen nachträglich mit intelligenten Stromzählern auszustatten, ist erst einmal vom Tisch. Stattdessen soll nun das Wirtschaftsministerium prüfen, "ab welchen Kilowattgrenzen Neu- und Bestandsanlagen Smart Meter einbauen müssen", wie es in einem internen Papier der Koalition heißt.

Sogenannte Mieterstrom-Projekte, bei denen Vermieter gewissermaßen als Ökostrom-Anbieter auftreten, sollen attraktiver werden. Die Gewerbesteuerpflicht, die bisher viele Projekte vereitelte, soll wegfallen. Auch sollen Lösungen möglich sein, in denen ganze Quartiere mit Mieterstrom versorgt werden. Das spielt vor allem in Städten eine Rolle. Für Solaranlagen auf großen Gewerbeimmobilien dagegen könnten sich die Konditionen verschlechtern: Sie müssen um die Förderung künftig per Ausschreibung konkurrieren. Zwar setzte die Koalition die Größe hoch, ab der diese Pflicht greift. Die übrigen Anlagen dagegen bekommen nur die Hälfte des Stroms vergütet - unter der Annahme, dass die andere Hälfte vom Supermarkt oder Industriebetrieb unter dem Dach selbst verbraucht wird. Es drohten dadurch "massive Einschnitte im mittleren Marktsegment", warnt Carsten Körnig, Chef des Solarverbands BSW. "Da könnte was ins Rutschen geraten."

Bei der Windkraft ist schon seit Jahren Einiges im Rutschen, die Ausbauzahlen an Land sind eingebrochen - häufig auch wegen Widerständen vor Ort. Künftig sollen Kommunen deshalb auch stärker an Gewerbesteuereinnahmen beteiligt werden. Auch sollen Gemeinden schon frühzeitig Verhandlungen über eine finanzielle Kompensation aufnehmen können, wenn Wind- oder Solarparks auf ihrem Gebiet geplant sind. Das soll die Projekte attraktiver machen. Bund und Länder sollen zudem enger koordinieren, wo wie viel gebaut werden muss. Windräder, die zum Jahreswechsel nach 20 Jahren ihre garantierte Förderung verlieren, sollen zunächst eine Art Anschlussvergütung erhalten.

 

Ob so die Klimaziele erreicht werden, ist fraglich

 

Dies alles, sagt SPD-Unterhändler Matthias Miersch, sei "ein großer Schritt. Aber kein Grund, sich auszuruhen". Denn die große Frage, wie viel Strom in Deutschland bis 2030 erneuerbar erzeugt werden soll, konnten die Koalitionäre nicht klären - jedenfalls nicht mehr rechtzeitig, damit das Gesetz diese Woche Bundestag und Bundesrat passieren kann und zur Jahreswende in Kraft tritt. Im Corona-Jahr 2020 bezog Deutschland nach Zahlen des Stromverbands BDEW 46 Prozent Strom aus Ökoenergie, laut Gesetz sollen es 65 Prozent bis 2030 sein. Aber die EU will ihr Klimaziel anheben. Nun ist fraglich, ob 65 Prozent reichen werden.

Bis März will die Koalition diese Frage klären, sie entscheidet auch über den Umfang künftiger Ausschreibungen. Der Strombedarf dürfte nämlich sogar wachsen: Für Elektroautos, Wasserstoffproduktion und emissionsarmen Stahl brauche es auch mehr Ökostrom, sagt Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD). "Wir müssen die erneuerbaren Energien energischer ausbauen." Das Gesetz erhält schließlich nun auch ein neues Fernziel: Deutschlands Klimaneutralität bis zum Jahr 2050.

 

 

 

Erneuerbare Energien sparen deutschen Stromverbrauchern in den Jahren 2014 bis 2018 etwa 40 Milliarden Euro

 08.10.2019

Bild von Ulrike Leone / Pixabay

 

Die Energiewende ist nicht nur gut fürs Klima: In den vergangenen vier Jahren haben Stromverbraucher hierzulande 40 Milliarden Euro gespart, weil in großem Umfang erneuerbare Energien ins Stromnetz eingespeist wurden. Das haben Wissenschaftler der FAU und des Energie Campus Nürnberg (EnCN) im Auftrag der Elektrizitätswerke Schönau (EWS) ermittelt. Für ihr Diskussionspapier mit dem Titel „Deutschland ohne erneuerbare Energien? – Ein Update für die Jahre 2014-2018“ analysierten sie, wie zuvor schon für die Jahre 2011 bis 2013, die Strompreisentwicklung der vergangenen Jahre.

 

Auf der Basis historischer Daten der europäischen Strombörse EPEX errechnete das Team um Prof. Dr. Jürgen Karl, Lehrstuhl für Energieverfahrenstechnik, wie sich Strompreise für Privathaushalte und gewerbliche Kunden entwickelt hätten, wären keine erneuerbaren Energien für die Stromerzeugung verfügbar gewesen. Ihr Ergebnis: Ohne erneuerbare Energien hätten private und gewerbliche Stromkunden in den vergangenen vier Jahren knapp 40 Milliarden Euro mehr für Strom gezahlt, seit 2011 wären es sogar rund 70 Milliarden Euro mehr gewesen. „Die Preise an den Europäischen Strombörsen erreichten in den vergangenen Jahren historische Tiefststände. Grund dafür war das wachsende Angebot erneuerbarer Energien“, erklärt Prof. Karl. ...

 

Das zunehmende Angebot erneuerbarer Energien kompensierte den Rückgang der verfügbaren konventionellen und nuklearen Erzeugungskapazität. Ohne Wind und Photovoltaik wäre es trotz Inbetriebnahme einiger neuer Kohlekraftwerke in den Jahren 2012 bis 2015 zu signifikanten Versorgungsengpässen gekommen. ...

Gleichzeitig stabilisierte der Ausbau erneuerbarer Energien die Strompreise: Entgegen der öffentlichen Wahrnehmung blieben die Strompreise für deutsche Haushalte seit 2013 nach massiven Preissteigerungen in den Jahren zuvor nahezu konstant: ...

 

Das Fazit der Analyse: Um die Strompreise in den Jahren 2022 und 2023 weitgehend stabil halten und zugleich die CO2-Einsparziele der Bundesregierung annähernd erreichen zu können, müsste der im Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG) festgelegte Ausbaukorridor für erneuerbare Energien – das heißt die Kapazitäten, die jährlich hinzukommen sollten – mindestens verdrei- oder sogar vervierfacht werden. Preismindernd würde sich hingegen der Ausbau von Stromspeichern in signifikanter Zahl auswirken.

 

Quelle:

https://www.fau.de/2019/10/news/sparen-dank-der-energiewende/

 

 

 

Strom für Haushalte teuer wie nie -

auch Gaspreise zogen an

Erstmals über 30 Cent oro Kilowattstunde - 22.09.2019 15:09 Uhr